Meine persönlichen Erfahrungen mit Phagen

Im Jahr 2000 wurde ich zur Wundversorgung eines Patienten mit mehreren multiresistenten Keimen in verschiedenen Wunden (Bauchraum und Wirbelsäule sowie an den diabetischen Füßen) als Krankenpfleger im Tagdienst eingeteilt.
3 Monate lang begleitete ich diesen eigentlich austherapierten Patienten, an dem unter anderem eine Phagentherapie in den Händen eines georgischen Chirurgen angewendet wurde.

Es wurden einfach sterile, isotonisch durchnässte Tupfer in die Wunden gelegt und die benötigten Phagen -was man zuvor über Kulturen ermittelt hat- darauf geträufelt. Im Anschluss wurde die Wunde mit Tegaderm3M (ein transparenter medizinischer Verband von 3M) luft- und wasserdicht verbunden. Dem Patienten ging es zusehends besser. Begleitet von einigen Debridements und einer Wiederholung dieser speziellen Anwendungen sowie einer zunehmend gesteigerten Physiotherapie waren die Wunden des Patienten bald frei von Enterokokken, MRSA und irgendwelchen anderen schlimmen Keimen. Die Schleusenpflicht war nach 6 weiteren Wochen aufgehoben und der Patient hat dann nach 4 Monaten (insgesamt waren es wohl 7 Monate) die Uniklinik verlassen können. Zwar im Rollstuhl, aber lebendig und mit verheilten Wunden.

Das war meine bis dahin erste und lange einzige Erfahrung mit einer Phagentherapie. Für mich jedoch ein Schlüsselerlebnis! Denn bis dahin dachte ich, dass nach einer Antibiose auch zwangsläufig eine Therapie endet.

Jetzt, 2020 stoße ich im Internet auf eine Seite, die den Phagenmix SniPha 360 gegen die BigSix anbietet.
Da habe ich sowohl aus Neugier als auch akutem Bedarf, ein Phagenmix bestellt.
In meiner Verwandschaft gibt es jemanden, der nach einer Krebstherapie nun mit allerlei Infekten zu kämpfen hat. Dem das Gentamycin schon einen guten Teil des Gehörs genommen hat und der jetzt, nach OP und der Bestrahlung im HNO-Bereich tüchtig an Keimen leidet, die er wohl auch aus der Klinik mitgebracht hat.

Inspiriert durch die Benutzerrückmeldungen auf der Seite des Anbieters startete ich den Selbstversuch:
Ein paar Tropfen in den Mund, ein paar Tropfen auf betroffene Hautstellen im Gesicht und anderer Körperstellen, die mir behandlunsbedürftig erschienen. Für vier Tage täglich wiederholt. Der spürbare Wandel begann bereits am ersten Tag und seit Tag 4 bin ich komplett ohne Akne. Auch die Stelle in der Nase, die ich sonst regelmäßig mit Diprogenta behandelt habe, war dabei und macht jetzt kein Problem mehr. Ich habe den Eindruck, dass sich die Phagen im ganzen Körper verteilen. Ich bin jedenfalls begeistert und Nebenwirkungen hatte ich keine.

Protokoll:

  1. Tag: Hautbild >60 Entzündungsstellen
  2. Tag: Beginn des Versuchs mit der Applikation der Phagen.
    1. 5 Tropfen in den Mund
    2. 10 Tropfen im Gesicht verreiben
    3. diverse Körperstellen mit chronischen Entzündungen betupfen
  3. Tag: Wiederholung der Behandlung + Jedes Nasenloch 3 Tropfen
    keine großen Veränderungen am Hautbild, aber auch keine Verschlechterungen.
  4. Tag: Wiederholung der Behandlung + Jedes Nasenloch 3 Tropfen
    über Nacht haben sich die meisten Entzündungen zurückgebildet
  5. Tag: Wiederholung der Behandlung + Jedes Nasenloch 3 Tropfen
    Entzündete Hautstellen im Gesicht: 3
  6. Tag: Entzündete Hautstellen im Gesicht: 0 ( Das erste mal in den letzten 15 Jahren)
  7. Tag: Nase ist ohne Probleme, alle Problemstellen am Körper sind reizlos und bilden sich zurück. Hier und da frische ich nochmal mit ein paar Tropfen auf.
  8. Tag: Mein Anteil an der Ampulle mit Phagen ist aufgebraucht.
  9. Tag: Vier Entzündungen sind über Nacht im Bereich der CPAP-Maske aufgetreten – H2O2-Behandlung lässt sie schnell abklingen
  10. Tag: wieder vermehrt Entzündungsherde (7) im Gesicht, aber nur im Bereich der Maske – H2O2-Behandlung lässt sie schnell abklingen
  11. Tag: unverändert
  12. Tag: unverändert
  13. Tag: neue Phagenanwendung mit Zerstäuber
  14. Tag: Besserung auf 4 Stellen
  15. Tag: null Stellen

    Die anderen Körperstellen sind weiterhin überwiegend reizlos, in sofern ein großer Erfolg! Alle Verbesserungen sind schleichend eingetreten und ich hatte keinerlei Nebenwirkungen bemerkt.

Offenbar muss die Behandlung wiederholt werden, bis das Milieu der Haut fit genug ist, diese Keime nicht so zuzulassen, bzw. bis die Nische durch einen freundlichen Keim besetzt wurde. Natürlich wird die CPAP-Maske regelmäßig desinfiziert, offenbar scheint sie aber dennoch ein Residuum für gewisse Keime zu sein und die Bedingungen auf der Haut für diese Keime zu fördern.
Vermutlich ist da dann doch eine tiefergehende Desinfektion mit verdünntem Chlorreiniger (Domestos, Klorix, …) erforderlich.

Für meine weitergehende Behandlung mit SniPha 360, habe ich mir erlaubt einen Moneypool einzurichten und hoffe auf etwas Unterstützung

Ich persönlich habe bisher nur gute Erfahrungen mit den Phagen gemacht.

Aktuell benötige ich nur alle 4 Tage ein paar Sprühstöße um keine Aknebeschwerden zu haben. Das ist super!